Landeskontrollverband Steiermark

Leistungsprüfung Milch

Deutlicher Leistungsschub und anhaltender Strukturwandel

Milchleistungsbericht 2020

Die Leistungsentwicklung in den steirischen Milchviehbetrieben bildet ein hohes Verantwortungsbewusstsein der Landwirte in der Zucht, im Management und in der Haltung ab. Eine deutliche Festigung der Leistungsbereitschaft der Kühe geht 2020 mit einer weiteren Verbesserung der Fitnessparameter und somit der Tiergesundheit einher. Nur bei Optimierung beider Bereiche sind zufriedenstellende betriebswirtschaftliche Ergebnisse sowie die nötige investive Weiterentwicklung in der Milchproduktion möglich.

Leistung steigt deutlich

Eine in der Qualität sehr gute Grundfutterernte 2019 war neben der Genetik die Basis für einen überragenden Leistungsschub in den steirischen Milchviehherden. Im Durchschnitt erbrachten die Kontrollkühe aller Rassen 2020 eine Standardleistung von 7.939 kg Milch, 4,14% Fett, 3,45 % Eiweiß. Nach einer Leistungsstagnation aufgrund der mäßigen Grundfutterqualität aus dem Jahr 2018 im Vorjahr bedeutet dies die Österreich weit mit Abstand größte Leistungssteigerung in diesem Jahr. Auch die Jungkühe steigerten sich deutlich auf 7.191 kg Milch (+168 kg) mit 4,11% Fett und 3,43 % Eiweiß.

Dennoch zeigt der Bundesländervergleich, dass die Leistungsentwicklung untrennbar mit der Betriebsentwicklung Hand in Hand geht. Dort, wo das stärkste Betriebswachstum stattfindet, ist auch die höchste Leistung zu finden.

Strukturwandel unübersehbar
Bei der Anzahl der Milchlieferanten sind jährlich Rückgänge von drei bis vier Prozent zu beobachten. Ähnlich, aber in etwas abgeschwächter Form schaut die Entwicklung bei den LKV-Betrieben aus: Um 82 Betriebe (-2,9%) verringerte sich die Zahl der Betriebe im letzten Jahr, der aktuelle Stand liegt bei 2.698 Betrieben. 65.903 Kühe unter Milchleistungsprüfung bedeuten wie im Vorjahr auch bei den Kühen einen leichten Rückgang (-0,7%) in der Steiermark. Die durchschnittliche Kuhzahl je Betrieb unter Leistungsprüfung ist auf 24,4 gestiegen (+0,5). Der Anteil der Milchkühe in der Qualitätssicherung liegt somit bei 82,4%.

Steirischer Weltrekord: 200.000 kg Lebensleistung

Bernhard Schirnhofer, Fleckviehzüchter aus Grafendorf, hat mit seiner Kuh ERLE eine neue Rekordmarke geknackt. Erstmals überhaupt in der Steiermark und erstmals weltweit hat eine Fleckviehkuh eine Lebensleistung von 200.000 kg Milch erbracht. Dabei geht es hier keineswegs um sportliche Höchstleistungen, sondern um die Tatsache, dass es in der Zucht zunehmend gelingt, die Leistungsbereitschaft der Tiere bei gleichzeitig besserer Tiergesundheit zu festigen. 115 neue 100.000 Liter Kühe in der Steiermark unterstreichen diese Tatsache eindrucksvoll.


MLP-Bericht 2020

Grundfuttersituation und Milchmarkt bremsten 2019 Entwicklung der Milchbetriebe

Milchleistungsbericht 2019

Sowohl in der Leistung als auch in der Entwicklung der Bestände bildeten sich der extrem nasse Sommer 2018 mit den daraus resultierenden Grundfutterqualitäten einerseits sowie der gebremste Milchmarkt andererseits ab.

66.373 Kühe unter Milchleistungsprüfung bedeuten einen Rückgang um 292 Kühe (-0,4%). Um 74 Betriebe (-2,6%) verringerte sich die Zahl der MLP-Betriebe, der aktuelle Stand liegt bei 2.780 Betrieben. Die durchschnittliche Kuhzahl je Betrieb ist auf 23,9 gestiegen (+0,5). Der Anteil der Milchkühe in der Qualitätssicherung hat sich auf 83,2% erhöht (+0,8%).

Im Durchschnitt erbrachten die Kontrollkühe aller Rassen 2019 eine Standardleistung von 7.718 kg Milch, 4,12% Fett, 3,42 % Eiweiß und 582 kg Fett und Eiweiß. Nach einem deutlichen Leistungsschub im Vorjahr bedeutet dies einen Leistungsrückgang von 8 Fett- und Eiweiß-kg. Die Jungkühe erbrachten 7.023 kg Milch mit 4,08% Fett und 3,41 % Eiweiß.

Trotz der jahresbedingt schwankenden Leistungsentwicklung ist ein konstanter genetischer Trend in der Milchleistung hinterlegt. Die tatsächliche Leistung bildet eben nicht nur die Genetik, sondern eine ganze Reihe von Umwelteinflüssen ab. Für die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion spielen auch die Fitnessparameter eine wichtige Rolle. Hier gibt es eine sehr positive Entwicklung.

Mit einer breitflächigen Umsetzung des Projektes FoKUHs und der Vorbereitung des Projektes D4Dairy wurden 2019 umfangreiche Maßnahmen zur Weiterentwicklung in den Milchviehbetrieben gesetzt. Der LKV Steiermark bedankt sich bei allen Mitgliedern sowie bei der LK Steiermark, beim Qualitätslabor St. Michael, der Rinderzucht Steiermark, der Arbeitskreisberatung Milchvieh und beim TGD für die Unterstützung in vielen Belangen. Nicht zuletzt gilt der Dank unseren Mitarbeitern. Den Mitgliedsbetrieben gratulieren wir sehr herzlich zu den züchterischen und wirtschaftlichen Erfolgen.
PST
MLP-Bericht 2019

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